Inhalt der Andacht

Jeder braucht einen guten Freund. Den haben Asterix und Obelix im jeweils anderen gefunden. Doch eines Tages steigt Obelix in den Hinkelsteinhandel ein und kommt zu großem Reichtum und wechselt sogar seine Kleidung. Was für ihn sehr ungewöhnlich ist.

Er hat viel, viel weniger Zeit für Asterix und vernachlässigt ihre Freundschaft. Doch plötzlich merkt er, dass ihm etwas fehlt. Sein Freund. Das Geld, die neue Kleidung und der Hinkelsteinmarkt machen ihn nicht glücklich. Also tauscht er seine Kleidung und macht das was er am liebsten macht, er geht mit seinem besten Freund Asterix auf Jagd. (Quelle: Obelix GmbH & Co. KG)

Fast hätte Obelix seinen besten Freund verloren, da er seine Zeit nicht in ihre Beziehung, sondern in seine Geschäfte investiert hat. Für eine Freundschaft aber muss man bereit sein, Zeit frei zu räumen.

Du kannst dir das ein bisschen wie einen Baum vorstellen, der gegossen werden muss. Ihr gießt aber euren „Freundschaftsbaum“ mit Liebe und Zeit. Und dadurch wächst er und wird immer größer und stärker. Und auch seine Wurzeln verankern sich immer tiefer im Boden und halten dadurch auch dem größten Streit stand. Wie du siehst muss man also ein bisschen Arbeit in eine Freundschaft stecken, aber du bekommst dafür ein viel größeres Geschenk zurück.

Die Bibel hat dafür ein sehr schönes Bild: „Auf einen Freund kannst du dich immer verlassen; wenn es dir schlecht geht, ist er für dich wie ein Bruder.“ (Sprüche 17,17) Ein Freund ist also wie ein Bruder oder natürlich wie eine Schwester, er lässt dich nie im Stich, du kannst ihm Alles erzählen, er unterstützt dich in jeder Lebenslage und hilft dir, wenn du eine Aufgabe nicht alleine schaffst. Ihr könnt gemeinsam lachen und wenn es dir schlecht geht, hast du immer jemanden, der dich in den Arm nimmt und aufmuntert.

Aber jede Freundschaft von Menschen weist auf etwas noch Größeres hin: auf die Freundschaft mit Gott. In der Bibel, sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament, wird immer wieder an den unterschiedlichsten Stellen deutlich, dass Gott sich uns Menschen freundlich und freundschaftlich zuwendet.

Vielleicht kennt ihr die Geschichte, in der Jesus einen Gelähmten heilt. Falls nicht, erzähle ich sie euch kurz:

Ob sie Freunde waren, steht nirgends. Aber sie haben ihm geholfen, obwohl das gar nicht so einfach war. Er war gelähmt und wurde deshalb von anderen gemieden. Aber sie hat das nicht gekümmert. Sie hatten von einem gehört, der heilen kann und andere Wunder tut. Zu dem wollten sie ihn bringen, vielleicht konnte der ihm helfen. Sie hofften das so sehr. Und ja, sie glaubten auch daran. Einer allein hätte ihn nicht tragen könne. Sie mussten es gemeinsam tun. Aber sie konnten aufeinander zählen. Dummerweise kamen sie nicht durch. Das Gedränge war viel zu groß. Keine Chance ihn zu dem Heiler zu bringen. Keiner nahm auf ihre Trage mit dem Gelähmten Rücksicht, ganz im Gegenteil. Irgendwie musste es doch gehen. Es musste gelingen. Und sie glaubten, dass es gelingen würde.

Einer von ihnen kam auf die Idee, das Dach aufzubrechen. Sie schleppten ihn auf das Dach des Hauses, rissen die Ziegel heraus und begannen, ihn an einem Seil herunter zu lassen. Der Heiler sah überrascht nach oben. So etwas hatte er noch nicht gesehen. Da kam einer auf einer Trage von oben angeschwebt. Durch ein Loch im Dach blickten vier freudige Gesichter. Es war gelungen. Sie sahen es ihm an. Er würde ihm helfen.

Und sie erzählen auch alle drei, warum er ihn heilt. Jesus heilt den Gelähmten wegen dessen Freunde. „Als er ihren Glauben sah“, heißt es, hat er ihm geholfen. Seine Sünden vergeben und ihn geheilt. Für ihren Freund haben diese Männer eine zuerst scheinbar unüberwindbare Grenze einfach so überwunden. Und das alles nur durch ihre Freundschaft. So stark kann Freundschaft sein.

Jesus prägt einen Satz für solche Freundschaften: „Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben lässt für seine Freunde“. Für den Alltag lässt sich das so übersetzen, dass Freunde füreinander einstehen, auch wenn es einmal schwierig wird. Denn ein treuer Freund ist wie ein festes Zelt, wer einen solchen findet, hat einen Schatz gefunden.

Amen.


Anna Rauner, EJ Mittelfranken